Skip to main content Skip to search Skip to main navigation
+49 (0) 7031 613 680-0
Mo. - Fr. 10am - 3pm

Petrolisthes monodi – Porzellankrebs

Product information "Petrolisthes monodi – Porzellankrebs"

Petrolisthes monodi – der Porzellankrebs – ist ein kleiner, außergewöhnlicher und interessanter Krebstierbewohner für das Meerwasseraquarium. Porzellankrebse erinnern auf den ersten Blick an kleine echte Krabben, gehören zoologisch jedoch zu den Anomura und sind damit unter anderem näher mit Einsiedlerkrebsen verwandt als mit den typischen Echten Krabben.
Charakteristisch sind der flache Körper, die vergleichsweise großen Scheren und insbesondere die spezialisierten Mundwerkzeuge, mit denen der Porzellankrebs feinste Nahrungspartikel aus dem vorbeiströmenden Wasser filtert. Dieses Verhalten macht Petrolisthes monodi zu einem ausgesprochen interessanten Beobachtungstier.
Die Bezeichnung „Porzellankrebs“ bezieht sich auf den vergleichsweise empfindlichen Körperbau und die Fähigkeit dieser Tiere, bei Gefahr Gliedmaßen abzuwerfen. Verlorene Beine oder Scheren können im Verlauf späterer Häutungen wieder nachgebildet werden.
Petrolisthes monodi stammt aus dem östlichen Atlantik und ist insbesondere aus tropischen westafrikanischen Küstenregionen bekannt. Dort lebt die Art in strukturreichen Flachwasserbereichen und nutzt Spalten, Steinunterseiten und andere geschützte Bereiche als Lebensraum.
Im Meerwasseraquarium ist Petrolisthes monodi kein klassischer Resteverwerter wie viele Einsiedlerkrebse. Ein wesentlicher Bestandteil seiner natürlichen Ernährung besteht aus feinen Nahrungspartikeln beziehungsweise Plankton, die mit spezialisierten Fächeranhängen aus der Strömung gefiltert werden.

Zur aquaristischen Haltung:
Petrolisthes monodi benötigt ein gut strukturiertes Meerwasseraquarium mit zahlreichen Spalten, kleinen Höhlen und geschützten Bereichen.
Besonders geeignet sind Riffstrukturen, die sowohl Schutz bieten als auch von einer mäßigen bis kräftigen Strömung erreicht werden. Dadurch kann der Krebs geschützt sitzen und gleichzeitig vorbeiströmende Nahrungspartikel aufnehmen.
Typisch für Porzellankrebse sind die sogenannten dritten Maxillipeden mit auffälligen Fächerstrukturen. Diese werden regelmäßig in die Strömung gehalten und anschließend zum Mund geführt.
Bei genauer Beobachtung wirkt es, als würde der Krebs mit kleinen Fächern durch das Wasser „winken“. Tatsächlich handelt es sich dabei um seine natürliche Methode der Nahrungsaufnahme.
Diese Ernährungsweise sollte bei der Aquarienhaltung unbedingt berücksichtigt werden.
Petrolisthes monodi sollte nicht ausschließlich von großen Futterresten leben müssen. Besonders wichtig sind kleine beziehungsweise fein verteilte Nahrungspartikel, die über die Strömung zum Aufenthaltsbereich des Tieres gelangen.
Geeignet sind beispielsweise feines Zooplankton und andere kleine marine Futterpartikel. Ocean Plankton kann zur abwechslungsreichen Ernährung eingesetzt werden.
Auch fein zerkleinertes Frostfutter wie Cyclops kann angeboten werden. Größere Futtermittel sollten entsprechend zerkleinert werden.
Coral dust kann ebenfalls eingesetzt werden, sofern ausreichend kleine Partikel beziehungsweise feine Bestandteile in die Strömung gelangen und vom Krebs aufgenommen werden können.
Eine abwechslungsreiche Fütterung ist insbesondere in sehr sauberen beziehungsweise stark nährstofflimitierten Riffaquarien wichtig.
In solchen Systemen kann die natürliche Konzentration schwebender Nahrungspartikel sehr gering sein. Ein Porzellankrebs kann dann trotz guter Wasserqualität langfristig zu wenig Nahrung erhalten.
Eine gezielte Fütterung in der Nähe seines Aufenthaltsortes kann deshalb sinnvoll sein. Dabei sollte das Futter nicht direkt mit starkem Druck auf den Krebs gespritzt werden. Besser ist es, kleine Futtermengen so in die Strömung zu geben, dass die Partikel am Tier vorbeigetragen werden.
Eine permanente starke Fütterung des gesamten Aquariums ist nicht notwendig und kann die Wasserqualität unnötig belasten. Mehrere kleine und kontrollierte Futtergaben sind vorzuziehen.
Petrolisthes monodi ist grundsätzlich ein friedlicher Aquarienbewohner. Die vergleichsweise großen Scheren können zunächst den Eindruck eines räuberischen Krebstieres vermitteln, dienen jedoch vor allem der Verteidigung und bei innerartlichen Auseinandersetzungen.
Auch Korallen gehören nicht zum typischen Nahrungsspektrum. Petrolisthes monodi eignet sich daher grundsätzlich gut für entsprechend eingerichtete Riffaquarien.
Bei der Vergesellschaftung mit anderen Krebstieren sollte dennoch auf ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten geachtet werden. Besonders kleine Porzellankrebse können gegenüber größeren und aggressiveren Krabben oder Einsiedlerkrebsen unterlegen sein.
Auch räuberische Fische können eine erhebliche Gefahr darstellen. Größere Lippfische, Drückerfische, Kugelfische und andere Krebstierfresser sind keine geeigneten Mitbewohner.
Ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Haltung ist die richtige Strömung.
Der Porzellankrebs benötigt keine extrem starke direkte Strömung, sollte aber einen geschützten Platz finden können, an dem regelmäßig Wasser mit schwebenden Nahrungspartikeln vorbeiströmt.
Optimal ist eine abwechslungsreiche Strömung mit verschiedenen strömungsexponierten Bereichen und gleichzeitig geschützten Rückzugsplätzen.
Das Tier sucht sich häufig selbst einen geeigneten Standort. Hat Petrolisthes monodi einen passenden Platz gefunden, kann er dort längere Zeit sitzen und seine Fächer regelmäßig in die Strömung halten.
Wie andere Krebstiere wächst auch Petrolisthes monodi durch regelmäßige Häutungen. Dabei wird das alte Außenskelett abgestreift.
Unmittelbar nach der Häutung ist der neue Panzer noch weich und das Tier besonders empfindlich. Während dieser Phase zieht sich der Krebs normalerweise in eine geschützte Spalte oder Höhle zurück.
Ausreichend Rückzugsmöglichkeiten sind deshalb unverzichtbar.
Eine abgestreifte Krebshülle kann einem verstorbenen Tier täuschend ähnlich sehen. Scheren, Beine und andere Körperstrukturen können nahezu vollständig erhalten bleiben.
Eine im Aquarium gefundene leere Hülle bedeutet daher nicht automatisch, dass der Porzellankrebs verstorben ist.
Porzellankrebse können bei Gefahr einzelne Gliedmaßen abwerfen. Dieses als Autotomie bezeichnete Verhalten kann beispielsweise dazu dienen, einem Fressfeind zu entkommen.
Ein Tier mit einer fehlenden Schere oder einem fehlenden Bein ist daher nicht zwangsläufig dauerhaft geschädigt. Bei guten Haltungsbedingungen können verlorene Gliedmaßen im Verlauf weiterer Häutungen regeneriert werden.
Stabile Wasserwerte sind für Petrolisthes monodi besonders wichtig. Schnelle Veränderungen des Salzgehaltes sollten vermieden werden.
Nach dem Transport empfiehlt sich eine langsame und sorgfältige Eingewöhnung an die Wasserwerte des neuen Aquariums.
Wie andere Krebstiere reagiert Petrolisthes monodi empfindlich auf Kupfer. Kupferhaltige Medikamente dürfen daher nicht in einem Aquarium mit Porzellankrebsen eingesetzt werden.

Lateinischer Name:
• Petrolisthes monodi

Deutscher Name:
• Porzellankrebs

Herkunft:
• östlicher tropischer Atlantik
• westafrikanische Küstenregionen
• flache marine Lebensräume
• felsige und strukturreiche Bereiche
• Spalten und geschützte Bereiche zwischen Hartsubstraten

Größe:
• Endgröße: ca. 3–4 cm
• Aktuelle Größe: ca. 2 cm

Aquariengröße:
• ab ca. 60 Liter empfohlen
• gut strukturierter Riffaufbau erforderlich
• ausreichend kleine Höhlen und Spalten anbieten
• geschützte Bereiche mit guter Strömungsanbindung besonders wichtig
• bei mehreren Krebstieren ausreichend getrennte Rückzugsplätze schaffen

Temperatur:
• ca. 24°C – 27°C

Futter:
• Filtrierer
• kleine marine Nahrungspartikel
• Schwebstoffe organischen Ursprungs
• Frostfutter (Cyclops)
• hochwertiges feines Granulatfutter Coral Dust
• kleine Krebstiere und andere marine Futterorganismen (Zooplankton) Ocean Plankton
• Futter kann zusätzlich mit Vitaminen und marinen Fettsäuren angereichert werden Food Energizer
• mehrere kleinere Fütterungen täglich
• kleine Futtermengen regelmäßig über die Strömung anbieten
• in sehr sauberen Aquarien gezielte zusätzliche Fütterung besonders wichtig

Schwierigkeitsgrad:
• mittel
• stabile Wasserwerte erforderlich
• geeignete Strömungsverhältnisse notwendig
• regelmäßiges Angebot feiner Nahrungspartikel wichtig
• in stark nährstoffarmen Aquarien gezielt zufüttern
• zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten anbieten
• langsame Eingewöhnung empfohlen

Vergesellschaftung:
• grundsätzlich friedlicher Aquarienbewohner
• grundsätzlich gut für Riffaquarien geeignet
• Korallen gehören nicht zum typischen Nahrungsspektrum
• mit friedlichen Fischen und geeigneten Wirbellosen kombinierbar
• größere aggressive Krabben und andere räuberische Krebstiere vermeiden
• krebstierfressende Fische vermeiden
• ausreichend geschützte Rückzugsmöglichkeiten anbieten
• keine kupferhaltigen Medikamente verwenden

Ernährungsweise:
• spezialisierter Filtrierer
• fängt feine Nahrungspartikel aus dem Wasser
• nutzt dazu fächerartige Strukturen an den Mundwerkzeugen
• Fächer werden wiederholt in die Strömung gehalten
• aufgenommene Nahrung wird anschließend zum Mund geführt
• besonders interessantes natürliches Fressverhalten
• benötigt regelmäßig ausreichend kleine schwebende Futterpartikel
• nicht ausschließlich auf grobe Futterreste angewiesen halten

Strömung:
• wichtige Voraussetzung für die natürliche Nahrungsaufnahme
• mäßige bis kräftige, aber nicht permanent direkt auf das Tier gerichtete Strömung geeignet
• strömungsreiche Bereiche mit angrenzenden geschützten Sitzplätzen anbieten
• Nahrungspartikel sollten durch die Strömung am Aufenthaltsort vorbeigeführt werden
• Tier sucht sich häufig selbst einen geeigneten Filterplatz
• bei der gezielten Fütterung kleine Futterpartikel in die Strömung geben

Häutung:
• wächst durch regelmäßige Häutungen
• altes Außenskelett wird abgestreift
• neuer Panzer ist unmittelbar nach der Häutung zunächst weich
• frisch gehäutete Tiere besonders empfindlich
• zieht sich während dieser Phase häufig tief in Spalten zurück
• ausreichend geschützte Rückzugsmöglichkeiten anbieten
• abgestreifte Hülle kann wie ein verstorbener Krebs aussehen
• eine leere Krebshülle ist nicht automatisch ein Hinweis auf einen Verlust

Regeneration:
• kann bei Gefahr einzelne Gliedmaßen abwerfen
• dieses Verhalten wird als Autotomie bezeichnet
• verlorene Beine oder Scheren können während späterer Häutungen regeneriert werden
• gute Ernährung und stabile Wasserwerte unterstützen eine erfolgreiche Regeneration
• Tiere während und nach der Häutung möglichst wenig stören

Funktion im Aquarium:
• Filtration feiner organischer Nahrungspartikel
• nimmt Zooplankton und andere kleine Nahrungspartikel aus dem Wasser auf
• interessantes natürliches Filterverhalten
• friedlicher Wirbelloser für strukturierte Riffaquarien
• kein klassischer Algenfresser
• kein typischer Resteverwerter wie ein Einsiedlerkrebs
• sollte vor allem aufgrund seines interessanten Verhaltens und nicht als „Reinigungstier“ gepflegt werden

Besonderheiten:
• außergewöhnliches Filterverhalten
• fächerartige Mundwerkzeuge zur Nahrungsaufnahme
• auffällige Scheren
• Scheren dienen überwiegend der Verteidigung und nicht der Jagd auf Fische
• hält sich gerne in geschützten, von Strömung erreichten Riffbereichen auf
• kann Gliedmaßen bei Gefahr abwerfen
• verlorene Gliedmaßen können über weitere Häutungen regeneriert werden
• interessantes Beobachtungstier für das Riffaquarium

Hinweis: Petrolisthes monodi ist ein interessanter Porzellankrebs, dessen Haltung sich deutlich von der vieler klassischer Krabben und Einsiedler unterscheidet. Ein wesentlicher Teil der Nahrung wird mit spezialisierten Fächeranhängen direkt aus der Strömung gefiltert. Entscheidend sind deshalb ein strukturierter Riffaufbau, ein geschützter Platz mit guter Strömungsanbindung und ein regelmäßiges Angebot ausreichend kleiner Nahrungspartikel. Besonders in sehr sauberen und nährstoffarmen Riffaquarien sollte gezielt zugefüttert werden. Trotz seiner auffälligen Scheren ist Petrolisthes monodi kein typischer räuberischer Krebs und jagt Fische nicht.0