Der Grabende Seestern ist ein interessanter und zugleich nützlicher Bewohner für Meerwasseraquarien mit ausreichend großer Sandfläche. Archaster typicus verbringt einen erheblichen Teil seiner Zeit im Bodengrund und durchwandert die oberen Sandschichten auf der Suche nach verwertbaren organischen Bestandteilen und kleinen Futterorganismen.
Archaster typicus besitzt die für Seesterne typische fünfarmige Körperform. Seine überwiegend beige, graubraune bis sandfarbene Zeichnung bietet eine ausgezeichnete Tarnung auf natürlichen Sandböden. Je nach Tier können dunklere Zeichnungselemente und Flecken unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Die Art stammt aus dem Indopazifik und besiedelt dort überwiegend sandige Flachwasserbereiche, Lagunen und Sandflächen in der Umgebung von Korallenriffen. Durch seine Lebensweise ist Archaster typicus hervorragend an lockeren Bodengrund angepasst und kann sich innerhalb kurzer Zeit vollständig im Sand eingraben.
Zur aquaristischen Haltung:
Der Grabende Seestern benötigt ein gut eingefahrenes und biologisch stabiles Meerwasseraquarium mit einer ausreichend großen, freien Sandfläche. Der Bodengrund stellt für diese Art nicht nur einen Aufenthaltsort dar, sondern gleichzeitig einen wesentlichen Teil ihres natürlichen Nahrungsraumes.
Archaster typicus bewegt sich sowohl auf der Oberfläche als auch innerhalb der oberen Schichten des Bodengrundes. Dabei wird der Sand kontinuierlich durchwandert. Dieses Verhalten kann dazu beitragen, die obersten Bereiche des Bodengrundes locker und in Bewegung zu halten.
Der Grabende Seestern sollte allerdings nicht als reine „Reinigungskraft“ betrachtet werden. Beim Durchsuchen des Bodengrundes nimmt er organisches Material und kleine benthische Futterorganismen auf. Ein biologisch aktiver Sandboden mit einem ausreichenden Nahrungsangebot ist deshalb für eine langfristig erfolgreiche Haltung besonders wichtig.
In frisch eingerichteten Aquarien ist häufig noch nicht genügend natürliche Nahrung im Bodengrund vorhanden. Archaster typicus sollte daher bevorzugt in bereits länger laufende und biologisch entwickelte Aquarien eingesetzt werden.
Auch sehr kleine Aquarien mit entsprechend geringer Sandfläche sind für eine dauerhafte Haltung weniger geeignet. Ein Grabender Seestern kann eine begrenzte Sandfläche relativ intensiv absuchen. Ist das natürliche Nahrungsangebot anschließend erschöpft, besteht die Gefahr einer schleichenden Unterversorgung.
Eine ausreichend große und zugängliche Sandfläche ist deshalb wichtiger als eine besonders aufwendige Dekoration. Der Bodengrund sollte so beschaffen sein, dass sich der Seestern problemlos eingraben und darin fortbewegen kann.
Geeignet ist feiner bis mäßig feiner Meerwassersand. Sehr grober und scharfkantiger Bodengrund ist weniger geeignet, da Archaster typicus an das Leben in weichen Sandflächen angepasst ist.
Beim Einsetzen sollte der Seestern vorsichtig behandelt werden. Seesterne reagieren empfindlich auf starke und schnelle Veränderungen der Wasserparameter. Eine langsame und sorgfältige Eingewöhnung an das Aquarienwasser ist daher besonders wichtig.
Vor allem größere Schwankungen von Salzgehalt, Temperatur und anderen Wasserparametern sollten vermieden werden. Dauerhaft stabile Bedingungen sind für die erfolgreiche Haltung von Archaster typicus wichtiger als kurzfristig perfekte Einzelwerte.
Die Ernährung erfolgt zu einem erheblichen Teil durch die kontinuierliche Nahrungssuche im Bodengrund. Dort nimmt der Seestern organische Bestandteile und verschiedene kleine Bodenorganismen auf.
In Aquarien mit begrenztem natürlichem Nahrungsangebot kann eine zusätzliche Fütterung sinnvoll beziehungsweise notwendig sein. Kleine Stücke geeigneten fleischlichen Futters können gezielt in unmittelbarer Nähe des Tieres beziehungsweise leicht unter dem Sand angeboten werden.
Geeignet sind beispielsweise kleine Stücke Mysis, Krill oder anderes marines Frostfutter. Entscheidend ist, die zusätzliche Fütterung tatsächlich zu kontrollieren, da ein im Sand lebender Seestern bei einer Unterversorgung über längere Zeit unauffällig an Körpermasse verlieren kann.
Eine pauschale Aussage, dass sich Archaster typicus ausschließlich von Futterresten ernährt, wäre daher nicht korrekt. Für eine langfristige Haltung muss ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden sein.
Gegenüber Fischen und den meisten anderen geeigneten Riffbewohnern zeigt sich der Grabende Seestern ausgesprochen friedlich. Auch gesunde Korallen werden normalerweise nicht gezielt geschädigt.
Bei der Vergesellschaftung sollten allerdings Tiere vermieden werden, die Seesterne als Nahrung betrachten oder deren Arme beschädigen können. Dazu gehören insbesondere bestimmte räuberische Krebstiere und spezialisierte Seesternfresser.
Da Archaster typicus regelmäßig im Sand verschwindet, kann das Tier zeitweise über längere Abschnitte nicht sichtbar sein. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge, solange die Haltungsbedingungen stimmen.
Das Aquarium sollte über eine gute Wasserqualität, ausreichende Sauerstoffversorgung und dauerhaft stabile Wasserwerte verfügen. Wie andere Wirbellose reagiert auch Archaster typicus empfindlich auf Kupfer. Kupferhaltige Medikamente dürfen daher nicht in einem Aquarium mit diesem Seestern eingesetzt werden.
Lateinischer Name:
• Archaster typicus
Deutscher Name:
• Grabender Seestern
Größe:
• Endgröße: ca. 12–15 cm
• Aktuelle Größe: ca. 5–6 cm
Aquariengröße:
• ab ca. 100 Liter empfohlen
• ausreichend große freie Sandfläche besonders wichtig
• gut eingefahrenes und biologisch stabiles Aquarium erforderlich
• bei mehreren Tieren entsprechend größere Sandfläche und ausreichendes Nahrungsangebot notwendig
Bodengrund:
• feiner bis mäßig feiner Meerwassersand (the Sand)
• ausreichend große zusammenhängende Sandflächen anbieten
• Bodengrund muss das vollständige Eingraben ermöglichen
• sehr groben und scharfkantigen Bodengrund vermeiden
• biologisch aktiver und gut eingefahrener Sandboden von Vorteil
Temperatur:
• 24°C – 27°C
Futter:
• natürliche organische Bestandteile im Bodengrund
• kleine benthische Futterorganismen
• Mikrofauna im Sand
• ergänzend kleine Mengen Frostfutter
• Mysis
• fein zerkleinerter Krill
• Zusatzfutter kann gezielt in unmittelbarer Nähe des Seesterns angeboten beziehungsweise leicht im Sand platziert werden
• Ernährungszustand regelmäßig kontrollieren
Schwierigkeitsgrad:
• mittel
• ausreichendes natürliches Nahrungsangebot besonders wichtig
• gut eingefahrenes Aquarium erforderlich
• ausreichend große Sandfläche notwendig
• empfindlich gegenüber schnellen Veränderungen der Wasserparameter
• sorgfältige Eingewöhnung empfohlen
Vergesellschaftung:
• sehr friedlicher Aquarienbewohner
• gut mit friedlichen Meerwasserfischen vergesellschaftbar
• grundsätzlich für geeignete Riffaquarien geeignet
• gesunde Korallen werden normalerweise nicht gezielt geschädigt
• räuberische beziehungsweise seesternfressende Aquarienbewohner vermeiden
• bei mehreren grabenden Bodenbewohnern auf ausreichend Nahrungsangebot achten
• keine kupferhaltigen Medikamente verwenden
Besonderheiten:
• verbringt einen großen Teil seiner Zeit im Bodengrund
• kann sich vollständig im Sand eingraben
• durchsucht die oberen Sandschichten nach Nahrung
• trägt zur Bewegung und Durchmischung der obersten Bodenschichten bei
• zeitweise über längere Zeit nicht sichtbar
• ausreichend große und biologisch aktive Sandfläche für eine langfristige Haltung entscheidend
Hinweis: Archaster typicus ist ein interessanter grabender Seestern, der durch seine kontinuierliche Aktivität die oberen Bereiche des Sandbodens durchwandert. Die Art sollte jedoch nicht ausschließlich als „Sandreiniger“ betrachtet werden. Der Bodengrund ist gleichzeitig ihr wichtigster natürlicher Nahrungsraum. In kleinen, jungen oder sehr nährstoffarmen Aquarien kann das vorhandene Nahrungsangebot langfristig nicht ausreichen. Ein gut eingefahrenes Aquarium mit einer großzügigen, biologisch aktiven Sandfläche sowie bei Bedarf eine gezielte zusätzliche Fütterung bieten die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haltung. Besonders wichtig sind außerdem stabile Wasserwerte und eine langsame Eingewöhnung.